Mithras-Kult

Der Mithras-Kult war ein zunächst in Kleinasien, später im ganzen Römischen Reich verbreiteter Mysterienkult, dem ausschließlich männliche Mitglieder angehörten. Diese verpflichteten sich zur vollständigen Verschwiegenheit, so daß - von Bildwerken aus den Heiligtümern abgesehen - kaum Informationen über den Inhalt des Kultes überliefert sind.

Im Zentrum der Mithrasverehrung stand der Stierkult, die Tötung des Stieres durch Mithras zur Erneuerung der Welt. Aus Blut und Samen des Stiers regenerierte sich dem Mythos nach alles Leben.

Die Erhebung des Sol invictus (der Unbesiegte Sonnengott) zum römischen Reichsgott im Jahr 274 nach der Zeitenwende war Höhepunkt der Orientalisierung der römischen Religion. Der mit Sol identifizierte Mithras wurde zu einem Hauptangriffsziel des Christentums. So führten die Christen das Weihnachtsfest deshalb ein, weil sie dem von Mithrasanhängern am 25. Dezember gefeierten Geburtstag des Sol Invictus Mithras ein eigenes Fest entgegensetzen wollten.

Händler importierten den Kult im zweiten Jahrhundert nach der Zeitenwende in andere Länder Europas. So sind im heutigen Württemberg mehrere der Mithras-Kultstätten, der sogenannten Mithräen, entdeckt worden, etwa in Mundelsheim. An diesem zeigt sich auch, daß die Mithräen meistens auf Sonnenpunkte im Jahreslauf ausgerichtet waren. Zur Wintersonnenwende erschien in Mundelsheim die Sonne über dem Hohenstaufen, bei Frühlingsanfang über dem Lichtenberg, zur Sommersonnenwende am Lichtenstein bei Löwenstein.

Der Hohenstaufen



Mehr zum Mithraskult:

Kultstätte des Mithraskults (Mithräum)
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Letzte Änderung: 26.12.2008