Wotandenkmal

Die Wotan-Gruppe wurde von Wilhelm Engelhard (1813-1902) erschaffen. Im Jahre 1888 vollendete er die Skulptur für den germanischen Gott in Kalkstein.

Das Provinzialmuseum (heute Niedersächsisches Landesmuseum) an der Planckstraße in Hannover (Bauzeit: 1897-1903) wurde nach Plänen von Hubert Stier erbaut. An seiner Rückseite, in der Mittelachse des Gebäudes, wurde die Wotangruppe „Odin“ von Wilhelm Engelhard, umrahmt von dunklen Koniferen, im Jahr 1901 aufgestellt. Die sehr aufwendig gestaltete Kolossalgruppe des nordischen Gottes, der mit seinen Raben Hugin und Munin (siehe das Gedicht von Kayser-Langerhannß) auf den Schultern und zu seinen Füßen mit den Wölfen Geri und Freki dargestellt wurde, entspricht dem damaligen Zeitgeschmack. Es bestand ein breites Interesse an der Themenwelt der nordischen Göttersage. Die im Krieg stark zerstörte Kalksteingruppe, wurde 1943 enfernt, und nach einer umfassenden Restaurierung, 1987 wieder aufgestellt.

Die Denkmäler von Schiller auf der Georgstaße und der Kurfürstin Sophie im Großen Garten von Herrenhausen sowie des Marktbrunnens in Hannover stammen ebenfalls aus seiner Werkstatt.

Werdegang: Geb. 1813 nahe Lüneburg. Nach seiner Ausbildung zum Elfenbeinschnitzer kehrte er 1837 in seine Heimat Hannover zurück, und studierte dort an der Polytechn. Hochschule Bildhauerei. Das Studium setzte er in Kopenhagen bei Thorwaldsen und von 1841 bis 1848 in München unter Schwanthaler fort, dessen poetisch-romantische Richtung einen entscheidenden Einfluß auf ihn ausübte. Hier schuf er einen überlebensgroßen Germanen, die Lorelei, Heinrich den Löwen (Reiterstatuette von Bronze).

Schon 1851 hatte er sein Hauptwerk, den Eddafries, in Konturzeichnungen auf die Londoner Weltausstellung geschickt und sich dadurch große Anerkennung erworben. 1855 ging er nach Rom und schuf dort folgende lebensgroße Marmorwerke: Lorelei, Lyrik, Mnemosyne, kleiner Poet, Amor auf dem Schwan, tanzender Frühling, Bacchus den Panther bändigend (im Besitz Kaiser Wilhelms), Schleuderer mit dem Hund, Mädchen mit dem Schwan.

Welfenkönig Georg V. berief ihn 1859 nach Hannover, um an der Ausgestaltung von Schloss Marienburg mitzuwirken, wo er das „Eddafries“ gestaltete. Das Schloss steht in Pattensen-Schulenburg auf dem Marienberg, 20 km südlich von Hannover. Das Werk besteht aus 18 Darstellungen und erschien in Fotografien unter dem Titel: „Nordisches Heldenleben. Cyklus plastischer Darstellungen nach der Edda“ (Hannov. 1872). Da sich die nordischen Göttergestalten kaum vollkommen typisch verkörpern lassen, legte der Künstler das Hauptgewicht auf die Massenerscheinung, in der nur die allgemeinen Züge zur Geltung kommen, und von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet enthält Engelhards Werk eine Fülle von Schönheiten. Einen ähnlichen Fries nach Motiven der nordischen Mythologie führte E. für das Haus v. Tiele-Winckler in Berlin aus.

Sein Sohn Roland Engelhard (1868-1951), folgte ihm im Bildhauerhandwerk nach, und erschuf u.a. den Struckmeyerbrunnen an der Hannoverschen Sallstraße.

Mein Dank an Ktharsia für die Überlassung der Bilder!

Letzte Änderung: 03.12.2009