Frühjahrstagundnachtgleiche, Frühlingsfest, Ostara (germ.):

Ostara ist das Fest der gleichnamigen germanischen Frühlingsgöttin. Es wird zur Zeit der Tagundnachtgleiche begangen. Von nun an sind die Tage wieder länger als die Nächte, das Licht hat über das Dunkel gesiegt. Das Leben kehrt zurück, das erste Grün zeigt sich, Tiere werden geboren. Die Göttin Ostara steigt im Osten aus dem Meer auf.

Die Attribute der Ostara, die Birke und der Marienkäfer, vor allem aber das Ei und der Hase als Fruchtbarkeitssymbole, sind Bestandteil des Osterfestes. Der Aspekt der Fruchtbarkeit ist heute noch wesentlich präsenter als die christliche Umdeutung des Festes: die Kirche feierte an Stelle des Erwachens der Natur die Auferstehung Christi und verlegte das Fest auf den Sonntag nach Vollmond.

Ein weiteres Element aus germanischer Zeit, das sich bis in die heutige Zeit erhalten hat, ist das Entzünden der Osterfeuer auf den Hügeln. Der weithin sichtbare Schein des Feuers sollte den Äckern Segen und Schutz geben. Die Asche der Feuer wurde auf die Äcker verteilt. Auch Umzüge zur Weihe der Felder sind überliefert. Dabei durften keine Waffen getragen werden, denn es ging ja um das Hervorbringen neuen Lebens. Ein Widerschein dieser Tradition ist heute in den Friedensmärschen zu Ostern auszumachen.

Die Frühjahrstagundnachtgleiche markiert in der persischen Tradition übrigens den Jahresbeginn, der mit dem Nouruz-Fest gefeiert wird, das bereits die Zoroastrier begingen.

Ostara - eine germanische Göttin?
.pdf von Kurt Oertel, erschienen in der Eldaring-Bibliothek

Letzte Änderung: 26.12.2008