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Eisenkraut
Eisenkrautgewächse (Verbenaceae)
Verbena officinalis
Volksnamen: Stahlkraut, Eisewig, Wunschkraut
Engl.: Simpler's Joy; Franz.: Vervain
Das Eisenkraut ist eines der vier heiligen Kräuter der Kelten. Die Druiden ernteten es im August, unter rituellen Handlungen und bei einer ganz bestimmten Konstellation der Gestirne, bei Aufgang des Hundssterns, wenn weder Sonne noch Mond scheint. So berichtet es Plinius der Ältere.
Schon in indogermanischer Zeit wurde das Kraut zum Reinigen von Altären benutzt. Der Name leitet sich einerseits von dem Glauben ab, daß Eisenkraut gegen mit Eisenwaffen geschlagene Wunden helfe, andererseits wurde das Kraut wohl bei der Verhüttung zugesetzt, um Eisen zu härten. Eine andere Interpretation ist die Ableitung von dem Namen der Göttin Isis, der das Kraut im alten Ägypten geweiht war.
Austreibendes Eisenkraut
Auch bei den Römern galt das Eisenkraut als heiliges und magisches Kraut. Es konnte gegen Eingeweide- und Leberbeschwerden helfen wie auch die Freundschaft anderer Menschen erwirken. Im Mittelalter empfahl es Hildegard von Bingen bei Entzündungen der Mundhöhle sowie bei Geschwüren und fauligen Wunden. In der damaligen Volksmedizin wurde das Eisenkraut auch zur Behandlung von Unfruchtbarkeit, Nieren- und Blasensteinen sowie bei Gallenblasenbeschwerden eingesetzt.
Verbena officinalis ist als einzige Vertreterin der Familie der Eisenkrautgewächse in Europa heimisch. Ihre Blütezeit ist von Juli bis September, die Pflanze bevorzugt mäßig stickstoffsalzreiche und sandig-lehmige Böden. Das Kraut erreicht eine Höhe von 70 cm und wächst bevorzugt an sonnigen Wegrändern, an Mauern, an Ufern von Bächen und Flüssen.
Eisenkraut
Sie ist eine mehrjährige krautige Pflanze, deren aufrechter, kantiger Stengel, der im oberen Abschnitt verzweigt ist, gegenständige, gliederteilige Blätter trägt. Im mittleren Bereich sind die Laubblätter oval, bis über die Mitte dreiteilig und gestielt. Die winzig kleinen lilafarbenen Blüten stehen auf Ähren, die während der Blüte in die Länge wachsen und mit den anderen Ähren zusammen eine Rispe bilden.
Das Eisenkraut enthält Verbenalin, das nach neueren Untersuchungen die wirksamste Substanz dieser Pflanze zu sein scheint. Diesem Stoff wird vor allem eine schleimlösende und entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben. Das Verbascosid, welches zu den Kaffeesäurederivaten gezählt wird, besitzt antibakterielle Eigenschaften. Neuere Untersuchungen haben ergeben, dass antivirale sowie immunstärkende Inhaltsstoffe in der Pflanze vorhanden sind.
In der Volksheilkunde wird das Eisenkraut bei Erkältungskrankheiten, Nasennebenhöhlen-Entzündungen, Bronchitis, Katharre der oberen Luftwege, Halsschmerzen, Asthma, Rheuma, Verdauungsstörungen und bei Leber- und Galleerkrankungen benutzt. Ferner wird die Eisenkrautdroge bei Beschwerden im Bereich der ableitenden Harnwege, unregelmäßiger Menses sowie im Klimakterium eingesetzt. Zur äußerlichen Anwendung findet das Kraut bei schlecht heilenden Wunden seine Verwendung.
„die Edle wurzel verbena in den Mund genommen / eine geküßt / so hat sie dich Lieb.“
Das Eisenkraut wurde früher in Franken gerne als Liebeszauber gebraucht.
Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus)
Ein im Mittelalter in Klostergärten eingeführter anderer Vertreter der Eisenkrautgewächse ist der Mönchspfeffer. Mittlerweile auch bei uns ausreichend frosthart, kann der Kleinstrauch etwas geschützt durchaus im Garten überleben, so zeigen meine Erfahrungen der letzten Jahre. Ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammend, und dort auch heute noch überwiegend an feuchten Standorten zu finden. Der kluge Rabe, so lehrt uns eine Erzählung, holte sich Blüten und Zweige in sein Nest, um damit seine Jungen zu schützen.
Die Zitronenverbene (Lippia citriodora syn. Aloysia triphylla) ist eine weitere, südamerikanische Verwandte des heimischen Eisenkrauts, auch bekannt unter dem Namen "Verveine".
Zitronenverbene (Lippia citriodora)
Dieser verholzende Kleinstrauch ist in unseren Breiten nicht frosthart. Jedoch als Kübelpflanze leicht zu kultivieren. Sie verliert ihre Blätter im Herbst, und ist somit auch mit einem dunklen Überwinterungsquartier im Keller zufrieden. Sie fühlt sich auf der Terrasse oder dem Balkon in vollsonniger Lage sehr wohl.
Die Zitronenverbene wird als Tee und in der Kosmetik eingesetzt, und u.a. in Südfrankreich/Provence zu Parfümöl destilliert. Der Tee wirkt entpannend und erfrischend zugleich, und ist ein idealer Durstlöscher für die ganze Familie an heißen Sommertagen.
Letzte Änderung: 25.12.2008