Bärlauch

Allium ursinum
Liliengewächse (Liliaceae)
Volksnamen: Hexenzwiebel, Waldknoblauch
Engl.: Ramsons; Franz.: Ail de bois; Ital.: Aglio orsino

Blüte des Bärlauchs

Dem Wanderer macht sich das Kraut vor allem durch seinen durchdringenden Geruch bemerkbar, da es nie alleine steht, immer gleich zu Hunderten auf einem Haufen, vor allem in lichten Laubwäldern (wie dem Hainbuchenwald im Bild oben).

Sein Verbreitungsgebiet hat es nur nördlich der Alpen. Deshalb fand es nie Einzug in die Koch- und Heilkunst der klassischen Antike. Diese wiederum benutzten stattdessen den Knoblauch, der hierzulande unbekannt war.

Blätter und Wurzeln
des Bärlauchs

Der Knoblauchgeruch, ähnlich dem seines großen Bruders, verlieh ihm seinen germanischen Namen: "Ram". Das Wort nimmt auf das Verb "ramsen" Bezug, (germanisch für üblen Schafs- und Ziegengeruch). "Ram" bedeutet zugleich Widder, da die Pflanze im Sternzeichen des Widders wächst, aber nicht nur deshalb schrieben ihm die Germanen Zauberkräfte zu.

In der mittelalterlichen sowie der modernen Heilkunst hat der Bärlauch ebenso seinen Platz. "Ramsen im Mai, das ganze Jahr keine Arznei" lautet ein altes Sprichwort aus dem Harz. Sein Gebrauch läßt sich sogar noch weiter zurückverfolgen, in jungsteinzeitlichen Pfahlbausiedlungen des Alpenvorlandes fand man erstaunlich häufig Überreste dieses heilkräftigen Krautes.

Bärlauch, frisch genossen, soll sogar dem Knoblauch in seiner gefäßschützenden und blutdrucksenkenden Wirkung überlegen sein, hervorgerufen durch das schwefelige ätherische Öl (Alkalisulfide), dessen Geruch im Frühjahr an Naturstandorten im Wald deutlich wahrnehmbar ist.

Blätter des Maiglöckchens

Die Blätter sammelt man im April, vor der Blüte. Sie werden frisch verzehrt, getrocknet verlieren sie die Wirkstoffe.

Aber auch den Genuss von frischem Bärlauch sollte man nicht übertreiben, da es in seltenen Fällen zu Magenreizungen kommen kann.

Vom giftigen Maiglöckchen lässt sich der Bärlauch zweifelsfrei durch den knoblauchartigen Geruch unterscheiden, der beim Reiben an den Blättern entsteht.

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Letzte Änderung: 25.12.2008