Efeu

Hedera helix
Araliengewächse (Araliaceae)
Volksnamen: Epich, Ewigheu, Schreckblätter
Engl.: Ivy; Franz.: Lierre commun; Ital.: Edera

Das immergrüne Araliengewächs ist als der einzige Vertreter seiner Gattung seit der Kreidezeit in Europa heimisch. Verwandt mit unserer Zimmeraralie als auch dem Ginseng.

Efeukeimling

In der griechischen und römischen Antike war der Efeu Sinnbild der Sinnenfreude, Lebensbejahung und der Verbundenheit. Deshalb gehörte er im Altertum in den Brautstrauß. Die Griechen bekränzten ihre Dichter, lange bevor der Lorbeerkranz aufkam, mit dem orangebeerigen Efeu, einer Unterart, die im Mittelmeerraum beheimatet ist. (Der Lorbeerkranz wurde wiederum in unseren Breiten im 19. Jahrhundert durch Kränze aus Eichenlaub ersetzt. ) Für die frühen Christen symbolisierte der Efeu das ewige Leben.

Jugendform des Efeu-Blattes

Sie betteten ihre Toten auf die immergrünen Ranken. Heutzutage zählt der Efeu zu den Weihnachtspflanzen, in Schottland und England werden am Heiligen Abend die Kuhställe mit Efeu geschmückt, um Unheil abzuwehren.

Efeu zählt zu den Immergrünen (siehe auch Eibe und Stechpalme). Das winterliche Grün symbolisiert sowohl die Hoffnung auf neues Leben als auch Treue. Die Lebenskraft winterharter Gewächse wurde als Heilkraft gedeutet. In fast allen Kulturen war der immergrüne Baum Wohnsitz von Göttern und Zeichen von Willenskraft und Stärke.

Altersform des Efeu-Blattes

Der gemeine Efeu (Hedera helix), der in unseren Breiten heimisch ist, ist ein winterharter verholzender Strauch, der in seiner Jugendform mit Hilfe von Haftwurzeln klettert. Je nach Sorte kann er 10-25 Meter hoch klettern und bis zu 450 Jahre alt werden. Er kommt wild im Wald vor, als ein Begleiter der Buchen. Erst nach 7-8 Jahren ist der Efeu ausgewachsen und bringt Blüten und Früchte, die in kugeligen Dolden stehen. Er blüht September bis Oktober gelb-grünlich. Die Beeren, je nach Art schwarz, gelb-orange, reifen im Frühjahr.

Faszinierend sind jedoch beim Efeu seine Wachstumsgewohnheiten. Die Jugendform mit ihren Haftwurzeln benutzt ihre Unterlage lediglich als Trittleiter zum Licht und ist nicht parasitär, d.h. entzieht dem Baum keinen Saft wie etwa die Mistel. Die Jugendform besitzt dreilappige Blätter. Im Erwachsenenalter bilden die nachwachsenden Triebe keine Haftwurzeln mehr aus und die Blattform wandelt sich in ein spitziges Oval. Diese „Zweigestaltigkeit” der Jugend- und Altersform nennt man Dimorphismus.

Efeu-Blüte Ende August

Als herbstliche Nektarquelle ist der Efeu beliebt bei Insekten. Er bietet Vögeln Nahrung und Schutz, Schmetterlinge sind auf ihn angewiesen. Selbst Fledermäuse halten sich tagsüber gern in seinem Dickicht auf. Ein alter Efeubewuchs kann ein kleines Biotop sein.

Das Klettergewächs Efeu ist zur Arzneipflanze des Jahres 2010 ernannt worden. Die Wirksamkeit des Efeu-Extrakts etwa bei chronischen und akuten Entzündungen der Atemwege sei in klinischen Studien belegt, teilten Forscher der Julius- Maximilians-Universität Würzburg mit. Bereits im Altertum hatten Efeublätter und Efeufrüchte eine große Bedeutung als Mittel gegen Kopfschmerzen, Husten sowie als Salbe bei Verbrennungen. Von dem eigenen Hantieren mit Efeu zum Zwecke der Heilbehandlung ist jedoch abzuraten, da die Pflanze giftige Inhaltsstoffe hat. Besonders das Fruchtfleisch der Beeren ist sehr giftig und kann vor allem bei kleinen Kindern zu Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen führen. Frische Blätter und ihr Saft können bei Kontakt mit der Haut zu allergischen Entzündungen führen.

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Letzte Änderung: 20.02.2012